flügelwort – Vorträge zu Malern der Moderne

Seit 2004 setze ich mich nicht nur mit den Bildern, sondern auch mit den Biografien großer Künstler der Moderne und des 20. Jahrhunderts auseinander. Die Vorträge fanden (größtenteils als Serie) in vier verschiedenen Volkshochschulen statt. Wegen des sensiblen Nachspürens und der einfühlsamen Schilderung der verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten erfreuen sich die Vorträge großer Beliebtheit.

Die Begründer der Moderne

  • Paul Gauguin: Sein künstlerisches Erbe, die märchenhaften Südseebilder verleiten zum Träumen, doch dahinter verbirgt sich ein äußerst schwieriger Charakter, mit dem in Zweifelsfällen nicht immer gut Kirschen essen war.
  • Vincent van Gogh: Wohl kaum eine Künstlerbiografie ist so bekannt wie das tragische Leben und Sterben dieses verkannten und doch so hochbegabten Künstlers, keine so authentisch. Sein Briefwechsel mit seinem Bruder Theo ist wahrscheinlich das ausführlichste Lebensdokument der Kunstgeschichte.
  • Paul Cezanne war wohlhabend und seine geometrisch angelegten Obstbilder revolutionierten die Kunst, doch mit seinem bäuerlichen Manieren aus der tiefsten Provence eckte er in Paris ständig an.
  • Georges Seurat. Keiner setzte sich akribischer mit Farben auseinander als er, und wäre er ein Jahrhundert später geboren, hätte er gute Chancen gehabt, der Erfinder der Pixel zu werden.

Berühmte Künstler des 20. Jahrhunderts

  • Edward Hopper: Keiner zeigt das moderne Amerika und seine Auswirkung auf den Menschen so deutlich wie er, viele bleiben in der modernen Großstadt auf der Strecke, in realistischen, doch seltsam leblosen Bildern dokumentiert Hopper sein wichtigstes Thema: die Vereinsamung des Menschen in der Metropole New York.
  • Joan Miró war Mitbegründer des Surrealismus, er durfte seinen Rum noch erleben und seine Gemälde gingen um die Welt - trotzdem blieb er seinLeben lang "auf dem Teppich". Er, der als kleiner Junge den mallorquinischen Hühneraugendoktor bei der Arbeit malte, wurde es auch später nie leid, jedem Grashalm und jeder Ameise seine Ehre zu erweisen. Für mich DER Künstler, der in seinem Leben am meisten Kind geblieben ist
  • Henri Matisse. Hätte ihn sein Blinddarm nicht ein Jahr lang gepiesakt, wäre er vielleicht nie zum Malen gekommen. So aber lenkte es das Schicksal, dass er zu einem der größten Maler des 20. Jahrhunderts wurde. Heraussragend, seine Schrenschnitte, die er im Alter von über 80 Jahren noch im Rollstuhl zusammenschnipselte, eine Leidenschaft, die mir eine eigene Geschichte wert war.
  • Frida Kahlo. Ihr Leben ist Leiden und Leidenschaft und farbenfroh wie ein mexikanisches Votivbild. Kämpferisch, unbeirrbar und temperamentvoll sie jedem, auch ihrem harten Schicksal, die Stirn. Nur an einem beißt sie sich ihr Leben lang die Zähne aus- an ihrem Ehemann Diego Rivera.
  • Friedensreich Hundertwasser. Bei keinem Künstler ist es mir so hautnah gelungen, seine Fußspuren zu verfolgen. Bei meiner Recherche bin ich auf viele Menschen gestoßen, die ihn persönlich gekannt und erlebt haben. Seine kleinen Marotten fließen in den Vortrag mit ein und offenbaren ein zum Greifen nahes Bild einer exzentrischen Persönlichkeit mit ökologischen Idealen.

Der Impressionismus und das lange 19. Jahrundert der Kunst

  • Henri Rousseau bildet eine Ausnahme unter dieser Künstlergruppe des 19. Jahrhunderts, denn er war Autodidakt . Der Zöllner, der nur zum Freizeitvergnügen malte erntete in der Pariser Kunstszene nur Hohn und Spott wurde erst lange nach seinem Tod gewürdigt , denn mit seinen kindlichen, sorgsam ausgemalten Bildern begründete er die naive Malerei.
  • Henri Toulouse-Lautrec enstammte einem alten südfranzösischen Adelsgeschlecht. Geldsorgen hatte er keine, gesundheitliche umso mehr, als Kind litt er mehrfach unter schweren Krankheiten, am meisten belastete ihn jedoch seine Zwergwüchsigkeit. Seine Welt waren der Montmartre und Moulin Rouge. Seine grafische hervorragenden Plakate machten ihn weltberühmt.
  • Edouard Manet. Mit seinem "Frühstück im Grünen" löste er in der Pariser Kunstwelt einen Eklat aus. Mit seiner Petition an den Kaiser legte er den Grundstein zum Impressionismus. Das "neue" Paris wurde sein Thema und die Kunstwelt verdankt ihm einige unvergessliche Bilder.
  • Claude Monet. Lange hart an der Armutsgrenze und darüber hinaus ließ er es sich dennoch nicht nehmen, unermüdlich für die Kunst zu leben. Erst im Alter zahlte sich der Lohn seiner Mühe aus - seinem Garten in Giverny und seinem schwimmendem Atelier verdanken wir die herrlichsten Seerosenbilder der Kunstgeschichte.
  • Auguste Renoir war sozusagen der Sunnyboy der Kunst und seine kindliche Begeisterung war manchem Mitkünstler ein Dorn im Auge. Er malt das Paris des kleinen Leute, ihr Sonntagsvergnügen in kleinen Gartenlokalen oder am Flussufer. Sein Lieblingsmotiv: Sein Lebnsgefährtin Aline: liebenswert, stupsnäsig und stets voller Lebensfreude , strahlt sie ein Glück aus, das man am liebsten festhalten möchte.
  • Edgar Degas. Man kennt ihn als den Maler der süßen Ballettmädchen. Aber er selbst ist alles andere als süß. Arrogant und überheblich und mit dem Auftreten im Stil eines Dandys macht er sich gern zum enfant terrible der Impressionistenszene. Sein erklärter Lieblingsfeind ist der tölpische und nicht gerade gepflegte Cézanne. Und wenn's ihn mal richtig packt, kann's durchaus geschehen dass er Bilder, die ihm geschenkt wurden, mit einem boshaften Kommentar versieht.